Logbuch

Jeder fünfte Onlinekunde, der über sein Mobilgerät einkauft, shoppt über Social-Media-Kanäle wie Facebook & Co. 20 Millionen Deutsche sind bei „Instagram“ aktiv, 80 Prozent der Nutzer weltweit folgen mindestens einem Unternehmens-Account. Angaben des Anbieters zufolge erfahren heutzutage mehr als die Hälfte der User direkt auf der Plattform von neuen Artikeln. Über 30 Prozent der am häufigsten angesehenen Storys stammen von Unternehmen. Das Umsatzpotenzial in den Sozialen Netzwerken und besonders im bildstarken Instagram, in dem sich überwiegend internetaffine junge Menschen inspirieren und begeistern lassen, ist dementsprechend enorm.

Was bietet das Feature?

Die Shopping-Funktion ermöglicht es Unternehmen, ihr Sortiment bei Instagram in einem entsprechenden Tab des Accounts einzustellen und es – wie auch Personen oder Orte markiert werden können – in Beiträgen mit Tags zu versehen. Nutzer können bei Interesse noch auf dem Post eines der bis zu fünf verlinkten Handelsgüter inklusive deren Preise ansehen und gegebenenfalls weiter zur Detail-Ansicht mit samt der Beschreibung und einer Auflistung ähnlicher Güter wechseln. Zudem können Wunschlisten erstellt und Artikel gespeichert werden.

Produkte auf Instagram verkaufen

Inwiefern können Unternehmen von der Shopping-Funktion profitieren?

Die Vorteile, die sich aus dieser neuen Option des Social Commerce und der Digitalisierung ergeben, sind vielfältig. In erster Linie eröffnet die Implementierung von Artikeln in den Social-Media-Account neue Formate zur organischen Vermarktung des Angebots. Die Kooperation mit Influencern oder Fashion Bloggern stellt hierbei eine zunehmend wichtige Option dar. Der Nutzung von qualitativ hochwertigen und ansprechenden Post (gegebenenfalls von professionellen Fotografen oder je nach Branche beispielsweise Food Stylisten) kommt eine enorme Bedeutung zu. Die Plattform lebt von bildstarken und emotionsgeladenen Inhalten, die Nutzer begeistern und inspirieren. Wer durch interessanten, humorvollen und exklusiven Content überzeugen kann und Güter in den entsprechenden Posts markiert, hat gute Aussichten auf steigenden Traffic im Online Shop. Durch Interaktionen werden noch größere Reichweiten erzielt.

Ein weiterer elementarer Vorzug, von dem potenzielle Kunden ebenso profitieren wie die Anbieter, ist der kurze Weg vom Entdecken des Angebots bis hin zu dessen Kauf. Bereits vor Einführung des Shopping-Features wurde Social Media zu Marketing-Zwecken genutzt, Artikel konnten allerdings nur präsentiert werden oder mit maximal einem Link in der „Bio“ des Accounts ausgewählt werden. Der umständliche Weg, bis man von dem Unternehmensfeed auf die Produktseite im Shop gelangte, hielt viele interessierte Nutzer vom Kauf ab. Durch die Shopping-Funktion wird die Suchzeit verringert, Klicks und Traffic steigen, und der kurze Weg zum Kaufabschluss sowie die Weiterleitung mit dem Button „Über die Website kaufen“ beeinflussen Conversions und Umsatz messbar positiv.

Der größte Vorteil des Shopping-Features liegt in dessen Einfachheit: Mit nur geringem Aufwand können Unternehmen ihre Produkte in ihren Account einbinden. Da die Implementierung über eine API (Application Programming Interface) Schnittstelle realisiert wird, bedarf es keiner Mehrfachpflege, denn im besten Fall kommen die Produktdaten direkt aus dem ERP bzw. dem Online Shop. Bei Rabatten, zwischenzeitlicher Nicht-Verfügbarkeit spezieller Angebote oder auch der Absetzung bestimmter Güter aus dem Angebot wird dementsprechend „automatisch synchronisiert“, sodass der Instagram-Shop in diesen Fällen nicht separat betreut werden muss. Dadurch wird auch der stetige Fehler, Artikel im Feature anzubieten, die seit langem nicht mehr Teil des Sortiments sind, und dadurch Nutzer auf die ungeliebte Seite mit Fehler 404 zu leiten, von Grund auf vermieden.

Was muss beachtet werden?

Nicht nur die Betreuung der Shop-Verknüpfungen sondern auch dessen Installation gestaltet sich unkompliziert.

  • Es dürfen nur physische Güter (keine Games, Software oder Dienstleistungen) angeboten werden.
  • Das Feature kann nur von Unternehmens-Accounts, die den entsprechenden Status für ihr Profil eingestellt haben und mit einem Facebook-Account verknüpft sind, genutzt werden.
  • Zu jedem Artikel muss ein Preis, die Verfügbarkeit und der Link zur entsprechenden Seite im Shop angegeben werden.
  • Alle Güter müssen in einem Facebook-Katalog für eCommerce-Artikel angelegt sein. Hierbei ist auch die Verwendung des Facebook-Tools „Business Manager“ nützlich.

Übrigens: Demnächst, so kündigte es der Anbieter an, soll auch ein App-interner Kaufabschluss möglich sein. Dadurch wird der Weg zum Kauf noch kürzer. Dann läuft es wirklich nach dem Prinzip „sehen, klicken, kaufen“.